Zecken (Ixodus ricinus)

Zecken gehören zu den Spinnentieren und in die Untergruppe der Milben. Die erwachsene Zecke hat daher – wie alle Spinnen – 8 Beine. Zecken sind „Parasiten“, d.h. sie brauchen zum Überleben einen anderen lebenden Organismus – einen so genannten „Wirt“. Am häufigsten trifft man in Österreich die Schildzecke Ixodes ricinus an.

Diese wird auch „gemeiner Holzbock“ genannt und ist mit rund 95 Prozent die am häufigsten vorkommende Art in unseren Breiten. Liegen die Temperaturen unter funf bis sieben Grad Celsius, werden die Zecken inaktiv. Dann sind sie nicht mehr auf Grashalmen, sondern unter einer feuchten Laubdecke zu finden Zecken halten sich gern in hohem Gras oder Strauchwerk auf. Beim Durchgehen streift man sie mit dem eigenen Körper ab und sie können sich dann auf der Haut festsetzen. Infektionen mit durch Zecken übertragenen Krankheiten finden vor allem von März bis Oktober statt.

Schutz vor Zeckenbissen

  • Ziehen Sie sich und Ihrem Kind bei Spaziergängen helle Kleidung, die den Körper weitgehend bedeckt, und festes Schuhwerk an.
  • Suchen Sie nach Aufenthalten in möglichen Zeckengebieten den Körper nach Zecken ab. Bevorzugte Saugstellen sind Kopf, Hals, unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen.

Zecken richtig entfernen

  • Entfernen Sie die Zecke mit einer speziellen Zeckenpinzette, Zeckenkarte oder einfach mit den Fingernägeln.
  • Fassen Sie die Zecke am Körper so nah wie möglich an der Haut.
  • Ziehen Sie die Zecke vorsichtig gerade heraus.
  • Achten Sie darauf, die Zecke möglichst wenig zu quetschen.
  • Bedecken Sie die Zecke vor dem Herausziehen NICHT mit Öl oder anderen Substanzen.
  • Desinfizieren Sie die Wunde nach Entfernung der Zecke.

Von Zecken übertragene Krankheiten

Durch Zeckenbisse können vor allem das Bakterium Borrelia burgdorferi und das die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) auslösende Virus übertragen werden. Während 10-35% der Zecken mit Borrelien befallen sein können, sind die Endemiegebieten 0,1-5% der Zecken mit dem FSME-Virus befallen.

Erkrankte Personen sind nicht ansteckend.

Borreliose

Das klinische Bild ist vielgestaltig. Eine Borreliose kann durch Antibiotika behandelt werden. Gehen Sie zur Ärztin/zum Arzt, wenn Sie oder Ihr Kind nach einem Zeckenstich folgende Symptome zeigen:

Wanderröte (Erythema chronicum migrans)

Eine sich ringförmig ausbreitende Rötung, die vor allem an der Einstichstelle auftritt, aber auch an anderen Körperstellen auftreten kann.Es können sich allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen oder Nervenschmerzen einstellen.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

FSME ist eine bestimmte Form der Gehirnhaut- und Hirnentzündung und wird durch Viren ausgelöst. Diese kommen häufiger in Risikogebieten vor. In Österreich liegen diese Hauptverbreitungsgebieten vor allem in den ländlichen Regionen der östlichen und südlichen Bundesländer (Steiermark, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, auch Salzburg und Burgenland). In Tirol haben vor allem Talgebiete ein FSME Risiko. Auch in den Risikogebieten ist nur ein geringer Teil der Zecken mit FSME infiziert.

Gehen Sie zum Arzt, wenn nach einem Zeckenbiß folgende Symptome auftreten: Grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindelgefühl. Nach einem fieberfreien Intervall von etwa einer Woche (bis zu 20 Tagen) kann eine Meningoenzephalitis (Hirnhaut-/Hirnentzündung) mit Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Nackensteifigkeit auftreten.Eine spezifische Therapie ist nicht verfügbar.

FSME-Impfung

Gegen die Fühsommer-Meningoenzephaltitis (FSME) ist eine Impfung möglich, diese ist jedoch NICHT gegen Borrelien wirksam. Derzeit ist keine Impfung gegen Borrelien möglich!

FSME-Impfstoffe sind gut verträglich und sehr gut wirksam. Eine Indikation für eine Impfung besteht für Personen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten und verhaltungsbedingt (Beruf, Freizeit) gegenüber Zecken exponiert sind.

Insgesamt handelt es sich um drei Teilimpfungen innerhalb eines Jahres, danach soll die Auffrischung nach drei Jahren, die weiteren Auffrischungen nach 5 bis 10 Jahren erfolgen (ab dem 60. Lebensjahr eventuell kürzere Abstände). Kinder unter einem Jahr sollten nur bei dringlicher Indikation geimpft werden, als unterste Altersgrenze gelten derzeit sechs Monate.